1. Platz: Annika Hartz | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Deep-learning-basierte Erkennung von Sicherheitsmerkmalen im Gerüstbau - IPAD-on-site-Regelcheck

Durch den im letzten Jahr angestoßenen Bauturbo rückt die Entbürokratisierung des Bausektors zunehmend in den Fokus. Besonders sicherheitsrelevante Bereiche wie der Gerüstbau sind stark reguliert, leiden unter Fachkräftemangel und sind kaum digitalisiert.
Ein typisches Beispiel ist die Gerüstbauabnahme: Sicherheitsprüfungen bestehen derzeit aus visuellen Begehungen durch Experten, die zwischen verschiedenen Parteien agieren. Hohe Bürokratie, fehlende Digitalisierung und unvollständige Sichtkontrollen führen oft dazu, dass zentrale Risiken - etwa fehlende Geländer oder Bordbretter - unentdeckt bleiben. Ein schneller, konsistenter und nachvollziehbarer Prüfprozess direkt auf der Baustelle fehlt.
Die Arbeit entwickelt ein digitales Tool, das automatisierte Sicherheitsprüfungen auf dem iPad ermöglicht. Ein Deep-Learning-Algorithmus verarbeitet Punktwolken, segmentiert sie semantisch und in Instanzen und prüft die Geometrien anschließend regelbasiert (zum Beispiel Geländerhöhen, Verankerungsabstände).
Das Ergebnis: ein Ampel-Report mit Begründungen und Bildausschnitten, exportierbar als PDF. Die Architektur ist für den Einsatz vor Ort optimiert. Sicherheitsprüfungen werden so schneller, objektiver, nachvollziehbar und weniger abhängig von Expertenwissen.
2. Platz: Loreen Zeisberg | Jade Hochschule Oldenburg
Immersives VR-Training für Bewehrungsinspektionen und Multi-User-Interaktion in einer CAVE-Umgebung

Die steigende Komplexität von Bauprojekten und der Fachkräftemangel erfordern neue, praxisnahe Qualifizierungsansätze. Besonders Bewehrungsinspektionen stellen hohe Anforderungen an räumliches Vorstellungsvermögen, Normenkenntnis und Fehlererkennung, während klassische Schulungsformate aufgrund von Aufwand, begrenzter Wiederholbarkeit und fehlender Standardisierung an ihre Grenzen stoßen. Immersive Virtual-Reality-(VR)-Technologien bieten hier großes Potenzial durch realitätsnahe, sichere und wiederholbare Lernumgebungen.
Der Beitrag untersucht zwei VR-Demonstratoren für das Bauwesen: ein VR-Training zur Bewehrungsinspektion sowie eine Multi-User-CAVE-Umgebung. Das VR-Training erlaubt die Prüfung von Bewehrung anhand vereinfachter 3D-Modelle auf Basis realer Pläne und Normen. Integrierte Fehler fördern die aktive Auseinandersetzung mit Inspektionsaufgaben und stärken räumliche Wahrnehmung sowie Fehlererkennung. Die Multi-User-CAVE setzt auf kollaboratives Lernen, bei dem mehrere Nutzende gemeinsam Aufgaben in einer virtuellen Umgebung lösen und Teamarbeit, digitale Kompetenzen sowie Entscheidungsfindung trainieren.
Die Evaluation mit Studierenden und Fachkräften zeigt eine hohe Akzeptanz beider Ansätze. Während das VR-Training fachliche Kompetenzen und Qualitätssicherung unterstützt, fördert die Multi-User-CAVE Motivation, soziale Interaktion und einen niedrigschwelligen Zugang zu VR-Technologien. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse das Potenzial immersiver Lernformate für eine praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung im Bauwesen.
3. Platz: Jonas Rosenow und Jochen Ströhle | Bildungszentrum Holzbau Baden-Württemberg
kursm.app - Dein digitaler Kompetenzspeicher

Das Bildungszentrum Holzbau in Biberach, größte Ausbildungsstätte für Zimmerinnen und Zimmerer in Deutschland, setzt mit der kursm.app neue Maßstäbe für die Digitalisierung im Handwerk: die browserbasierte kursm.app dient Auszubildenden, Betrieben und Fortbildungsteilnehmenden als digitaler Kompetenzspeicher und Organisationsplattform. Sie unterstützt die Terminplanung, bietet Zugang zu Aufgabenblättern, Zertifikaten und ermöglicht das Verwalten von Nachweisen und Fachwissen auf allen Endgeräten. Sie ist plattformübergreifend nutzbar, fördert Eigenverantwortung und Ressourcenbewusstsein.
Besonders hervorzuheben ist die Integration von WebXR-Technologie: 3D-Modelle und Augmented Reality machen Lerninhalte anschaulich und praxisnah erlebbar – in der Werkstatt, am PC oder mobil. Vorhandene analoge Tools wurden digitalisiert, um Funktionen erweitert und bieten so wieder eine vielfältig nutzbare Grundlage für die Arbeit an analogen Modellen und auf der Baustelle. Die Anwendung vereinfacht Kommunikationsprozesse, verringert Bürokratie sowie Papierverbrauch und unterstützt die moderne, nachhaltige Ausbildung im Holzbau und darüber hinaus. Die kursm.app zeigt beispielhaft, wie Digitalisierung das Handwerk und die Aus- und Weiterbildung zukunftsfähig gestaltet und vielfältige Akteure zusammenbringt.
Folgende Links führen zu Einblicke und Testzugang zu den WebXR-Funktionen:
- Modelviewer www.bzh.onl/gast-mod
- Primo3D www.bzh.onl/gast-P3D
- Primo4D www.bzh.onl/gast-P4D
- Tutorial www.bzh.onl/help
- © BpB_Bundesfoto / Sonstige/Kommerziell – header_1460_360_Gewinner-Close-up-Preis.jpg
- © Annika Hartz / Privat/Non-kommerziell – Profilfoto_Annika_Hartz.jpg
- © Loreen Zeisberg / Privat/Non-kommerziell – Portrait_Zeisberg.jpg
- © Bildungszentrum Holzbau Baden-Württemberg / Privat/Non-kommerziell – Bildungszentrum_Holzbau_Ströhle_Rosenow_.JPG
Bleiben Sie auf dem Laufenden!
Mit unseren RKW Alerts bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Wir informieren Sie automatisch und kostenlos, sobald es etwas Neues zum Projekt "Auf IT gebaut" auf unserer Website gibt. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eine E-Mail-Adresse und 10 Sekunden Zeit.
Auch interessant
Abschluss der Digiscouts in der Region Bayern: Betriebe stellen ihre Projekte vor
Betriebe aus Bayern feierten den erfolgreichen Abschluss ihrer Digiscouts-Projekte in der IHK für München und Oberbayern.
Weniger Bürokratie mit SaaS und KI
KMU klagen oft zu Recht über zu viel Bürokratie. IT und KI können hier helfen können und gerade Software as a Service ist für KMU besonders praktisch.
Digiscouts feiern Abschluss in der Region Unna-Hamm
Gemeinsam feierten die Azubis aus der Region Unna-Hamm den erfolgreichen Abschluss ihrer Digiscouts-Projekte in der Lindenbrauerei in Unna.